Grußwort der Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Britta Ernst, an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Safer Internet Day;

11. Februar 2020 im Medieninformationszentrum Potsdam

 

Sehr geehrte Frau Vize-Landtagspräsidentin Richstein,

sehr geehrter Herr Dr. Kunow

liebe Pädagoginnen und Pädagogen,

liebe Jugendliche,

liebe Vertreterinnen und Vertreter des Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V., sehr geehrte Damen und Herren

 

 

Ich grüße Sie herzlich zum Safer Internet Day und freue mich über das große Interesse an dieser Veranstaltung. Bereits zum elften Mal findet dieser Tag in Brandenburg statt – und er wird uns angesichts des Tempos der digitalen Entwicklung und der Notwendigkeit, ein sicheres Netz zu gewährleisten, immer wichtiger.

 

Viele engagieren sich dafür, vor allem auch die Jugendlichen selbst. Heute sind Jugendliche aus Eisenhüttenstadt, aus Geltow und der Regine-Hildebrandt-Schule Birkenwerder dabei. In ihren Workshops beschäftigen sie sich mit Fragen der digitalen Zukunft und den Visionen für eine digitale Gesellschaft. Das sind gute Startbedingungen, denn sie werden in der digitalen Gesellschaft leben.

 

Das internationale Motto dieses Tages lautet „Together for a better Internet“. Genau darum geht es, den Lebensraum Internet gemeinsam zu gestalten. Für die allermeisten Jugendlichen ist es heutzutage selbstverständlich, immer online erreichbar zu sein. Weit über 90 Prozent der Jugendlichen haben ein eigenes Smartphone, wollen nichts verpassen und checken es 30 Mal oder noch häufiger täglich. Fast alle Bereiche unseres Lebens sind heute auch digital verfügbar und werden oft geteilt. Globale Nachrichten erreichen uns am schnellsten übers Internet. Mit einem Klick kann man nicht nur mit Freunden, sondern mit der ganzen Welt kommunizieren.

 

Das Internet mit seinen großartigen Vorteilen gehört ganz selbstverständlich zum Lebensalltag der Kinder und Jugendlichen. Doch man muss auch mit seinen Extremen klarkommen. Derzeit verschwimmen mehr und mehr die Grenzen zwischen faktenreichen Informationen und Behauptungen, die sich bei genauerer Betrachtung als Fake News herausstellen. Wir alle müssen lernen, Informationen, die uns zunächst glaubhaft erscheinen, zu hinterfragen und auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Wir müssen lernen, das Richtige vom Falschen zu trennen, denn nicht jeder ist im Internet mit guten Absichten unterwegs. Es ist leicht, im Dunkel der Anonymität Hassbotschaften, Hetze und Drohungen in die Tastatur zu tippen. Solche Angriffe verunsichern und verletzen gerade junge Menschen tief.

 

Ein sicheres Internet wird immer wichtiger. Davon hängt so vieles ab, was unseren Alltag, unsere Arbeit, unseren Zusammenhalt, unser Leben bestimmt. Deshalb müssen Kinder und Jugendliche früh den richtigen, den sicheren Umgang mit diesem weltumspannenden Medium lernen. Dies ist auch eine wichtige Aufgabe der Medienbildung, wie sie in der Schule, der Jugendbildung und der Jugendhilfe geleistet wird.

 

Das Lernen mit digitalen Medien ist in Brandenburg bereits Schulalltag und wird weiter ausgebaut. Wir haben im Jahr 2016 mit den „medienfit“-Programmen in ausgewählten Grundschulen begonnen und es vor zwei Jahren auf Oberschulen ausgeweitet. Schülerinnen und Schüler, aber natürlich auch die Lehrerinnen und Lehrer sollen befähigt werden, sich souverän in der digitalen Welt zurechtzufinden und zu bewegen. Im Mittelpunkt des „medienfit“-Programms steht ein pädagogisches Medienkonzept, das neben der Verbesserung der technischen Ausstattung der Schule die Grundlage zur Vermittlung von digitalen Kompetenzen bildet.

 

Inzwischen sind wir weiter und können mit den Mitteln des „Digitalpakts Schule“ des Bundes unsere Schulen noch umfassender für die digitale Zukunft fit machen. Insgesamt haben wir dafür 160 Mio Euro zur Verfügung; erste Schulen haben bereits Zuwendungen für ihre „digitale Aufrüstung“ erhalten. Auch unsere Schulcloud ist auf gutem Weg; die Pilotierungsphase läuft, und ab 2021 wird sie allen Schulträgern zur Verfügung gestellt.

 

 

Liebe Jugendliche, meine Damen und Herren

 

Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration (im Sinne von Zusammenarbeit und Teamarbeit) - diese vier K’s stehen für die vier Kernkompetenzen im digitalen 21. Jahrhundert. Man kann sagen, ihr seid auf gutem Weg, diese Kompetenzen zu erwerben – denn mit euren vorbereiteten Workshops habt ihr versucht, dies umzusetzen. Ich freue mich, dass ihr damit die digitalen Kinderrechte in den Fokus nehmt und für eine gerechte digitale Welt sorgen wollt. Digitale Mitbestimmung ist wichtig, um die Menschenrechte auf Informationsfreiheit, Meinungsfreiheit, Selbstbestimmung und Bildung (und das sind nur einige wichtige) zu sichern.

 

Ihr, liebe Jugendliche, werdet diese digitale Welt aktiv ausgestalten. Ihr könnt jeden Tag zum Safer Internet Day machen – dafür wünsche ich euch viel Erfolg! Herzlichen Dank für euren Einsatz, eure Hartnäckigkeit, euer Dranbleiben. Ich danke den Lehrkräften, den Workshopleiterinnen und –leitern, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, sowie allen, die vor und hinter den Kulissen diese Veranstaltung möglich machten. Ich wünsche allen, doch vor allem den Jugendlichen, einen erlebnisreichen und interessanten Safer Internet Day!