Potsdam, 8. Februar 2022. Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke hat heute als Schirmfrau den Safer Internet Day 2022 in Brandenburg eröffnet. Der weltweite Aktionstag befasst sich in diesem Jahr mit dem Fokusthema „Stabil bleiben – Vielfalt ermöglichen in digitalen Räumen“.

 

Etwa 70 Schülerinnen und Schüler kamen im Rahmen einer Videokonferenz mit Landtagsabgeordneten, Jugendvertreterinnen und -vertretern und jungen Medienmachern zusammen, um sich über die gesellschaftliche Herausforderung auszutauschen, Jugendlichen eine demokratische Teilhabe an offenen, digitalen Räumen zu ermöglichen. Bildungsministerin Britta Ernst begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung mit einem Videogruß.

 

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke warnte in ihrem Grußwort davor, dass die Erfahrung mit Anfeindungen im digitalen Raum politisches Engagement junger Menschen hemmen könne: „Mit Hasskommentaren oder Hasskampagnen können Menschen mürbe gemacht werden.“ Das gelte für junge Menschen genauso wie für Erwachsene, für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Politikerinnen und Politiker. „Wenn junge Leute Opfer von Cybermobbing oder Hasspostings werden, besteht aber noch eine andere Gefahr: Denn wer als junger Mensch die Erfahrung macht, dass man völlig wehrlos ist, wenn man online Beleidigungen oder Hass ausgesetzt ist, wird möglicherweise davor zurückschrecken, sich politisch zu engagieren. Soweit darf es nicht kommen!“ Jede und jeder, die oder der sich in die Gesellschaft aktiv einbringen möchte, solle das uneingeschränkt und unbesorgt tun können, sagte die Parlamentspräsidentin.

 

Bildungsministerin Britta Ernst betonte in ihrer Videobotschaft die Potentiale des Internets für junge Menschen und ihre Rolle als Akteure und Gestalter digitaler Räume: „Die Zugänge zu den vielen unterschiedlichen Welten, die das Internet bereitstellt, sind nicht nur wichtig für die Teilhabe und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. In ihnen spiegelt sich auch die Vielfalt unserer Gesellschaft wider. Kinder und Jugendliche sollen früh befähigt werden, Informationen, die zunächst glaubhaft erscheinen, zu überprüfen, aber auch Hasskommentare gegen einzelne Gruppen zu erkennen und ihnen entgegenzutreten. Damit das gelingt, ist die Vermittlung von Medienbildung und die Stärkung von Medienkompetenz in Schule und in der Jugendarbeit ein grundlegender Faktor.“

 

Dr. Eva Flecken, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) sagte: „Das Schützen und Sichern von Meinungsfreiheit und Medienvielfalt sind große Herausforderungen, denen auch wir als Medienanstalt uns stellen. Dies tun wir zum einen über unseren gesetzlichen Regulierungsauftrag. Zum anderen wollen wir die User:innen befähigen, Medien kompetent und selbstbestimmt zu nutzen, da es vielen im Digitalen schwerfällt, Informationen, Werbung, Meinungen und Desinformationen voneinander zu unterscheiden.“

 

Jessica Euler, Geschäftsführung der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS) betonte: „Kinder und Jugendliche können dann digitale Lebensräume für sich erobern, souverän teilhaben und Freiräume nutzen, wenn sie mit Selbstschutzstrategien ausgestattet sind, ausreichend Medien- und Informationskompetenzen besitzen und entwicklungsangemessene Schutzoptionen und Teilhabemöglichkeiten vorfinden.“

 

Am Safer Internet Day nahmen in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse der Maxim-Gorki-Gesamtschule Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark), des Goethe-Schiller-Gymnasiums Jüterbog (Teltow-Fläming) und der Schule am Waldblick Mahlow (Teltow-Fläming) teil.

 

Der Aktionstag geht auf eine Initiative der Europäischen Gemeinschaft zurück und steht unter dem Motto „Together for a better Internet“. In Brandenburg findet er seit 2010 statt, seit 2012 als Kooperationsprojekt der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. (AKJS) und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb).

 

Quelle: MBJS / Landtag Brandenburg